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Stromtrassen - verkabelte Welt

01.12.2017

Derzeit sind in Ostbayern 2 geplante Stromtrassen heiß umstritten: Der Ostbayernring und der SüdOstLink. Der schon bestehende Ostbayernring versorgt Ostbayern mit Strom. Der zuständige Netzbetreiber Tennet hält die bestehende Trasse nicht für ausreichend und wird eine neue bauen, allerdings mit der mehr als doppelten Kapazität (!?). Der SüdOstLink soll nach Abschaltung der Atomkraftwerke Strom nach Südbayern liefern und ist nur eine Transitleitung von Thüringen bis nach Landshut.

Der Ostbayernring ist die Strom-Versorgungsleitung für Ostbayern. Der zuständige Netzbetreiber Tennet hat den zukünftigen Bedarf berechnet und hält es für notwendig, die bestehende Leitung durch eine neue zu ersetzen, allerdings eine mit der 2,5fachen Kapazität. Und das obwohl in Ostbayern keine neuen Großstädte entstehen werden, keine Aluminiumwerke geplant sind und auch keine ganze Landkreise überspannenden Photovoltaikanlagen gebaut werden sollen. Die Strommasten werden riesig und durchziehen Ostbayern auf einer neuen Route. Weiter weg von Siedlungen, dafür z.T. entlang von Autobahnen, aber auch quer durch bislang fast unberührte Landstriche.  

Der SüdOstLink (früher HGÜ = Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragung) soll nach der Abschaltung der Atomkraftwerke in Bayern den Süden mit Strom versorgen. Er ist eine reine Durchleitung ohne Abzweigungen, wird ebenfalls vom Netzbetreiber Tennet geplant und gebaut. Das eine Ende liegt in den ostdeutschen Braunkohlerevieren das andere bei den dann abgeschalteten AKW Isar. Von dort wird der Strom über das südbayerische Stromnetz verteilt. Weil in Südbayern viel Strom gebraucht, aber dank Seehofers 10-H-Regelung fast keiner eingespeist wird und die bayerische Staatsregierung den Süden des Landes nicht im Dunkeln sitzen lassen möchte, muss dieser Strom "importiert" werden. Vermutlich wird das meiste schmutziger Braunkohlestrom sein, vielleicht ist auch Atomstrom aus dem AKW Temelin im benachbarten Tschechien dabei. Strom von Windrädern sicherlich nicht, weil der größtenteils schon vor Ort verbraucht wird.

Im Gegensatz zum Ostbayernring würden die Stromasten aber deutlich größer ausfallen. Und, weil niemand noch mehr Strommasten will, soll diese Leitung landschaftsbildverträglich über Erdkabel in den Boden verlegt werden, zumindest weitgehend.
Und für den Fall des Falles, also den Katastrophennotfall, dass der SüdOstLink einmal ausfallen sollte und Südbayern dann im Dunkeln sitzt, muss eine 380kV-Ersatzleitung parallel dazu gebaut werden. Und da hat Netzbetreiber Tennet schon vorgesorgt. Die Ersatzleitung ist dann nämlich schon vorhanden. In Form des neuen Ostbayernrings (s.o.), der ja mehr als doppelt so leistungsfähig sein wird wie der alte ....

Was schon sehr verwundert, ist die Tatsache, dass es offenbar nur diesen einen Plan gibt. Alternativen wurden anscheinend nie in Erwägung gezogen. So gibt es wohl auch keine Überlegungen, ob wir mit sinnvollen Einsparmaßnahmen und mehr dezentralen Versorgungseinrichtungen die Leitung überhaupt bräuchten. Die Kosten für den ganzen Aufwand, ob nötig oder nicht, holt sich der Netzbetreiber von den Stromkunden wieder.