"Zu schön, zu wertvoll, zu wichtig" - Ein Waldspaziergang in Weiden West IV

29.10.2018

Am 07. Oktober hat die BN-Kreisgruppe zu einem Waldspaziergang im geplanten Gewerbegebiet West IV eingeladen. Rund 45 Interessierte sind zu diesem Termin erschienen und haben den fachkundigen Worten von Förster a.D. Ulrich Keltsch gelauscht. So wurden die "Naturschönheiten im lange gepflegten Mischwald" betrachtet mit "robusten, wertvollen und auch seltenen Bäumen", wie sich Ulrich Keltsch ausdrückte.

Der sich stetig verjüngende Wald hat so Einiges zu bieten: Neben jungen Eichen und Buchen unter dem lichtdurchlässigen Fichtendach finden sich auch zahlreiche Ameisenhügel, Moose, Pilze, Vögel und Insekten, die ein geübter Blick erkennen lässt. Ein erhaltenswertes Stück Erholungswald, das von Einheimischen und Touristen geschätzt wird. Somit steht nicht nur ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen auf dem Spiel, sondern auch ein Stück Lebensqualität.

Weiden West IV ist "in einem anderen Licht zu sehen als noch vor 10 Jahren"

Zwar behauptet die Stadt Weiden, dass dies das einzig verbleibende Entwicklungspotential im Stadtgebiet sei, doch die Besucher des Spaziergangs sind sich einig: Es gibt ausreichend Alternativen, Brachflächen, Zusammenschlüsse mit umliegenden Gemeinden. Auch das Argument "Arbeitsplätze" ist eher eine Luftnummer, denn wie viele Arbeitsplätze es am Ende werden, weiß keiner. Vor allem hinsichtlich der allgegenwärtigen Klimaschutzdebatte und dem Wenigen, was dabei geschieht, sollte nach einigen Besuchern die Stadt Weiden hier ein Zeichen setzen: Wald erhalten, Innovation zeigen und nicht einfach so weitermachen, wie es vor 10 Jahren einmal geplant war.

So stellt sich auch der Bund Deutscher Forstleute gegen das Gewerbegebiet, weil der von den Staatsforsten gepflegte Wald einfach zu wertvoll ist - für Mensch und Natur.

 

Einen kleinen Eindruck von der Wanderung gibt es auf der Homepage von OTV: www.otv.de/weiden-protest-gegen-west-iv-348512/