Eindrücke von den Baumfällarbeiten im Dezember 2018 am Weidener Flutkanal und Nebengewässer

"Sichert unsere Luft, unser Wasser und unsere Lebensqualität!"

... so der Tenor der Aufforderungen von Mitgliedern des BN an die Stadt Weiden, die in den letzten Jahren kontinuierlich Bäume gefällt, Hecken radikal gestutzt und somit Lebens- und Erholungsraum zunichte gemacht hat. Stattdessen wächst an diesen Stellen das Gras grün und immer gut getrimmt. (Falls Sie, lieber Leser, ein solches Stück Englischen Rasen besitzen, schauen Sie doch auf diese Seite mit unseren Gartentipps.)

Hecken, Sträucher und Bäume müssen zugunsten des scheinbar kostengünstigeren und pflegeextensiveren Rasens weichen. Das das zu kurz gedacht ist, fällt der Stadt nicht auf. Hier wäre eine Einsparung von einjährigen Blühpflanzen, die nur saisonal beispielsweise auf Verkehrsinseln oder vor dem Neuen Rathaus stehen, angebrachter als dieZerstörung alten Stadtgrüns.

Denn durch gewachsenes und altes Stadtgrün wird eine Stadt lebenswerter und somit attraktiver für Investoren und Firmen. Junge und gut ausgebildete Menschen bleiben in der Region, tragen zu mehr Vielfalt und Austausch bei. Zudem würde die Stadt mehr Steuergelder einnehmen, die sie derzeit ohnehin in Planungen von Weiden West IV investiert - einer weiteren Umweltsünde. Langfristig wird noch Einiges auf die Stadt zukommen: in finanzieller, ökologischer und sozialer Hinsicht.

Die Stadt Weiden sollte sich eine Weisheit des Kunfuzius zu Herzen nehmen:

was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, das tue nicht.

Denn wenn wir ehrlich sind, es gibt wenig Schöneres, als seine Seele an frischer Luft unter einem lichten Laubdach baumeln zu lassen.


Pappeln müssen weichen aus Furcht vor Riss im Deich des Weidener Flutkanals

Was ein Baum so kann

Die Bürgerinnen und Bürger möglichst vor Gefahren zu schützen ist wichtig. Von zunehmender Bedeutung ist aber auch der Erhalt und Ausbau unserer Stadtnatur: Ein durchschnittlicher Laubbaum von 15-20 Meter Höhe produziert etwa drei Millionen Liter Sauerstoff pro Jahr. Gleichzeitig werden mehrere Tonnen klimaschädliches CO 2 im Baum gespeichert.  Laubbäume verdunsten an heißen Sommertagen bis zu 400 Liter Wasser und entziehen dabei der umgebenden Luft Wärme.

Das von der Stadt Weiden immer wieder genannte Argument die Pappeln am Flutkanal seien am Ende ihres Lebenszyklus angelangt, ist nicht nachvollziehbar. Die letzte Lebensphase eines Baumes zieht sich über Jahre ggf. Jahrzehnte. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist diese Phase besonders wichtig, da die Bäume viele Nischen für unzählige Insekten, Vögel und Kleinsäuger bieten. Diese Eigenschaften können durch Ersatzpflanzungen oder das Aufhängen von Fledermauskästen nicht kompensiert werden. Durch geeignete Pflegemaßnahmen kann man jedoch ältere Bäume erhalten, ohne dass eine Gefahr für Menschen entsteht.

Hochwasserschutz beginnt nicht mit dem Fällen von Bäumen, sondern endet damit

Leider kommt es immer wieder zu Baumfällungen an Hochwasserschutzeinrichtungen. Diese sind meist auch durch die Normen und Richtlinien abgedeckt, jedoch nicht unumstritten. Im nächsten Jahr, Anfang Mai, wird das Thema „Bäume auf Dämmen und Deichen“ bei den deutschen Baumpflegetagen in Augsburg als Schwerpunkt behandelt. Dann sind 32 der Weidener Pappeln jedoch bereits gefällt und das Landschaftsbild am Flutkanal ist grundlegend verändert.

Ein wirkungsvoller Schutz der Bevölkerung vor Hochwasser wäre im Übrigen der Verzicht auf das Gewerbegebiet West IV. Das nach der Flächenversiegelung nicht mehr gebundene Niederschlagswasser würde dann nämlich die Schweinenaab füllen, und diese fließt bekanntlich ebendort in den Flutkanal, wo man nun fürchtet, der Damm könnte brechen. Es hängt Alles miteinander zusammen.

Nicht umsonst hieß es bereits im alten Griechenland "Panta rhei" - Alles fließt.


Ein grünes Wohnzimmer in der Weidener Innenstadt

Auszug aus einer E-Mail an die Stadt Weiden:

von einem Mitglied der Kreisgruppe freundlicherweise zur Verfügung gestellt

"  Der Untere Markt ist das "grüne" Wohnzimmer der Weidener und Urlaubsgäste.

Der trockene Sommer und die damit verbundenen Sandwehen könnten willkommener Anlass dafür sein, dieses Areal in seiner Mitte tatsächlich zu begrünen oder, noch besser, bunt werden zu lassen.

Ich  würde den vorhandenen Baumbestand erhalten und dessen Versorgung mit Wasser und Nährstoffen verbessern, z.B. Baumscheiben, Bewässerung, Düngung. Dazwischen könnten niedrige Hochbeete mit pflegeleichter Staudenbepflanzung errichtet werden. Durch die Einfassung wird ein Begehen und Befahren der Beete verhindert und die fast ganzjährige Blütenpracht und Bienenweide rückt ins Auge des Betrachters.

Die Marktstände auf der östlichen Seite könnten auf den Oberen Markt ausweichen. (Damit könnte auch die ungünstige Verkehrssituation an Markttagen entspannt werden.)

Ergänzend kann es einige neue und ansprechende Sitzgelegenheiten geben sowie einen kleinen Fahrradabstellplatz, evtl. mit Ladestation. Auch ein Kunstwerk könnte Platz finden und das Thema "Natur in der Stadt" aufgreifen.

Eine solche Umgestaltung des Unteren Marktes könnte für unsere Stadt der Auftakt sein, die Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen zu Lasten des Stadtgrüns zu beenden. Stattdessen sollten öffentliche Räume genutzt werden, um Weiden tatsächlich aufblühen zu lassen und so Oasen für die Bewohner/innen, Menschen und Tiere, zu schaffen. Hierfür gäbe es auch Fördermittel!

Über eine Berücksichtigung meines Vorschlages würde ich mich freuen!  "

 

Hoffen wir, dass dieser Traum auch Wirklichkeit wird! Vielen Dank für das schöne Bild einer grüneren Weidener Innenstadt!