Oberpfalz unter Strom - Ostbayernring und Südostlink

Info-Veranstaltung der BI "NEW gegen die Trasse" in Altenstadt/WN

Ostbayernring: Unsere Stromversorgung ist gut. Was verbessert werden sollte, sind die "Endbereiche der Leitungen". Wo bisher oft nur einzelne Verbraucher am Ende der Leitung waren, wird immer öfter Strom aus erneuerbaren Energien (Strom aus PV, Wind, Biogas) ins Netz eingespeist. In diesen Bereichen müsste das Stromnetz stabilisiert werden.

Der Ostbayernring ist die Strom-Versorgungsleitung für Ostbayern. Der zuständige Netzbetreiber Tennet hat den zukünftigen Bedarf berechnet und hält es für notwendig, die bestehende Leitung durch eine neue zu ersetzen, allerdings eine mit der 2,5fachen Kapazität. Und das obwohl in Ostbayern keine neuen Großstädte entstehen werden, keine Aluminiumwerke geplant sind und auch keine ganze Landkreise überspannenden Photovoltaikanlagen gebaut werden sollen.
Die Strommasten werden riesig und durchziehen Ostbayern auf einer neuen Route. Weiter weg von Siedlungen, dafür z.T. entlang von Autobahnen, aber auch quer durch bislang fast unberührte Landstriche.  

 

SüdOstLink: Das ist eine der neuen Stromautobahnen (HGÜ = Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragung). Diese HGÜ  sind nur Durchleitungen ohne Abzweige und enden meist bei alten AKW. Dort wird der Strom in das vorhandene Verteilnetz eingespeist.

Der SüdOstLink soll in Bayern den Süden mit Strom versorgen. Das eine Ende bei Wolmirstedt liegt in den ostdeutschen Braunkohlerevieren, das andere bei dem dann abgeschalteten AKW Isar. Von dort wird der Strom über das südbayerische Stromnetz verteilt. Weil in Südbayern viel Strom gebraucht, aber dank Seehofers 10-H-Regelung viel zu wenig aus erneuerbaren Energien eingespeist wird, muss dieser Strom "importiert" werden. Das meiste wird schmutziger Braunkohlestrom sein. Strom von Windrädern im Norden und Osten des Landes sicher nicht, weil der größtenteils schon vor Ort verbraucht wird.

Im Gegensatz zum Ostbayernring würden die Strommasten deutlich größer ausfallen. Aber niemand  will noch mehr Leitungstrassen. Daher sollen die HGÜ landschaftsbildverträglich über Erdkabel in den Boden verlegt werden, zumindest weitgehend.

Und falls im "Katastrophen-Notfall" der SüdOstLink einmal ausfallen sollte und Südbayern dann im Dunkeln säße, muss eine 380kV-Ersatzleitung parallel dazu gebaut werden. Netzbetreiber Tennet, geschäftstüchtig und umsichtig, hat aber vorgesorgt. Die Ersatzleitung ist dann nämlich schon vorhanden. In Form des neuen Ostbayernrings (s.o.), der ja mehr als doppelt so leistungsfähig sein wird wie der alte ....

Ein Plan ohne Alternativen ...

Was schon sehr verwundert, ist die Tatsache, dass es offenbar nur diesen einen Plan gibt. Alternativen wurden weder in Erwägung gezogen, noch geprüft. So gibt es wohl auch keine Überlegungen, ob wir mit sinnvollen Einsparmaßnahmen und mehr dezentralen Versorgungseinrichtungen die HGÜ und den neuen Ostbayernring überhaupt bräuchten. Die immensen Kosten für den ganzen Aufwand, ob wirklich nötig oder nicht, zahlen eh die Stromkunden.


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